Nachdem aus Termin- und Witterungsgründen der erste Anlauf zur diesjährigen Haldenwanderung gescheitert war, fand nunmehr am 11.7. die traditionelle Wanderung statt. Pünktlich 9 Uhr erfolgte der Abmarsch ab Autohaus Leonhardt auf der ehemaligen Halde des Schachtes 366. Trotz der wiederum widrigen Witterungsverhältnisse hatte sich eine stattliche Anzahl von Heimatfreunden eingefunden. Unter Führung unserer beiden Wanderleiter Harald Damm und Lutz Walther, wobei ersterer als ehemaliger Wismutmitarbeiter die auf unserer Wanderroute liegenden ehemaligen bzw. in der Sanierungsphase befindlichen Halden und Betriebsflächen fachkundig erklärte, ging es entlang eines Bermenweges der ehem. Halde 366 zum Autobahnzubringer; nach dessen Querung im Zickzack hinunter ins Tal des „Eisenbrückenbächels“ zur historischen Eisenbrücke.
Ein Teil der Wandergruppe beim Abmarsch am Autohaus Leonhardt.
Im Hintergrund das Neubaugebiet Lößnitz.
Erste kurze Rast im Bereich der Eisen-brücke. Über diese Brücke wurde im späten Mittelalter Eisenerz aus dem Schlemaer Berg-revier zur Lößnitzer
Ratswaage gekarrt und teilweise auch in Lößnitz verarbeitet.
Nachdem wir über die Eisenbrücke die Zwickauer Mulde überquert hatten, ging es entlang des Mühlgrabens Richtung Halde 66/207. Beide Halden befinden sich in der Endphase der Sanierung. Der erwähnte Mühlgraben diente früher zum Betrieb einer in der Nähe befindlichen Holzschleiferei. Heute dient er der Stromgewinnung. Wir folgten nun dem Verlauf der Zwickauer Mulde unmittelbar am Haldenfuß der Halde 207 und gelangten nach ca. 1,5 km an die neu errichtete moderne Abwasseraufbereitungsanlage des ZAST.
Von dort waren es nur noch wenige Meter bis zum Bahnhof Niederschlema mit der ehemaligen Erzverladestelle am Eisenbahntunnel.
Blick in den Eisen-bahntunnel Richtung Aue.
In dem Bereich rechts des Gleiskörpers be-
fand sich in den 1950-er Jahren eine Erzver-ladungsstelle der
Wismut.
Nach einem kurzen Abstecher zum Mundloch des Markus- Semmler-Stollns erfolgte am Bahnhof Niederschlema der steile Aufstieg zur Halde 38 und der sich am Fuß der bereits sanierten Halde befindlichen, inzwischen großzügig modernisierten ehemaligen Bergarbeitersiedlung, früher als „Westsiedlung“ bezeichnet.
Die Halde 38. Am rechten Bildrand hinter den Büschen die erwähnte ehemalige Bergarbeitersiedlung.
Nun ging es auf großzügig angelegten Bermenwegen auf der Hammerberghalde Richtung Oberschlema, dem heutigen Bad Schlema. Von hier hatte man einen wunderschönen Ausblick auf das neu entstandene Kurbad. Kurz vor dem „Biedenkopfblick“ erfolgte der Abstieg ins Schlematal, wo wir uns in einer Gaststätte selben Namens bei vorzüglich gepflegten Speisen und Getränken von den Strapazen des Fußmarsches erholten. Biedenkopfblick deshalb, weil der frühere Ministerpräsident Sachsens, Prof. Kurt Biedenkopf, mehrmals auf diesem Aussichtspunkt gemeinsam mit seiner Gattin verweilte. Beide haben außerordentliche Verdienste bei der Wiedererrichtung des Kurbades.
Blick von der Hammer-berghalde auf einen Teil des neu entstandenen Kurparkes. Links am
Bildrand die durch Brand zerstörte „Wilisch-Villa“.
Im Hintergrund der
knapp 600 m hohe
Gleesberg.
Nach ausgiebiger Mittagspause erfolgte dann bei bester Laune der Rückmarsch nach Lößnitz, denn inzwischen wurden die fleißigen Wanderer auch von der Sonne angelacht. Gegen
15 Uhr fand eine interessante und nicht ganz leichte Wanderung am Ausgangspunkt Autohaus Leonhardt in Alberoda ihren Abschluss. Dank den Verantwortlichen für die gute Organisation und den Teilnehmern für ihr „Stehvermögen“.