Von den zahlreichen Besuchern des Fachladens für Bürobedarf in der Teichgasse Nr. 7 ahnen die wenigsten, daß sie in einem der geschichtsträchtigsten und historisch bedeutsamsten Gebäude der Stadt Lößnitz befinden. Wenn man dazu das Glück hat, mit dem jetzigen Besitzer und letzten Bäcker und Müller Hermann Schroth ins Gespräch zu kommen, kann man viel über die Jahrhunderte dauernde Geschichte der Schroth - Mühle erfahren. Sein Vater, der Mühlenbesitzer Paul Schroth, hatte nämlich alle möglichen Unterlagen über die Mühle akribisch zusammengetragen und aufbewahrt. Die über dem Schlussstein der Türfassung ersichtliche Jahreszahl 1773 mit den Buchstaben CFAW und dem Handwerkzeichen des Müllergewerbes sagt nichts über das wahre Alter der Mühle, denn bereits im Jahre 1634 wurde durch das Hochherrschaftliche Schönburgische Amt in Hartenstein die Konzession zum Mühlenbetrieb erteilt. Aus dem Jahre 1679 wird berichtet, daß auf hochherrlichem Befehl ein gewisser Georg Landrock die Mühle wiedererichtet hat. Ob sie einer der häufigen Brandkatastrophen oder den Kriegswirren des 30-jährigen Krieges zum Opfer gefallen war, vermag niemand zu sagen. Bis 1741 befand sich die Mühle im Besitz der Familie Landrock. Dann erfolgten mehrere Wechsel der Besitzer, die ausführlich vom Ortschronisten Hunger 1944 im "Erzgebirgischen Volksfreund" sowie von H. Göppert im "Lößnitzer Heimatblatt" beschrieben werden. Bemerkenswert dabei ist, daß der zugehörige Grundbesitz der Mühle, die zeitweise auch als Schneidmühle fungierte, stetig erweitert wurde. Am 31.1.1877 gelangt die Mühle an Georg Hermann Schroth aus Pucklischmühle bei Tanna im Fürstentum Reuß-Schleiz, der sie von Karl Moritz Fischer aus Lößnitz übernahm. Seit dieser Zeit ist die Mühle, die 1962 aus Krankheitsgründen den Mühl-und Bäckereibetrieb einstellte, nunmehr in 4. Generation im Besitz der Familie Schroth. Bei unserem Rundgang durch die ehemalige Mühle samt Grundstück stoßen wir auf viele alte Zeugen des Mühlenbetriebes, welches in der nachfolgenden Bildergalerie festgehalten wurde. Einiges ist aber Modernisierung- und Umbaumaßnahmen zum Opfer gefallen. Der Mühlteich wurde mit Bau- und Brandschutt der 1915 abgebrannten und wieder errichteten Gaststätte Reichshof verfüllt.



